Rügen ist vielfältig und daher zu jeder Jahreszeit für eine Fototour geeignet. Wir stellen hier einige Fotos vom Herbst/Winter 2018 und Frühsommer 2019 vor und geben Tipps zu den Locations und Fotos. Wir bewegen uns meist abseits der Touristenplätze und gehen mehr in die Natur um dort zu fotografieren und zu filmen.
Herbst und Winter sind nichts für Sonnenanbeter. Schon gar nicht auf Rügen. Das kann schonmal recht ungemütlich werden mit Stürmen und Kälte. Die 5 Wochen im November und Dezember 2018 in denen wir fotografierten waren gerade im Dezember teils sehr ungemütlich mit eiskaltem Sturm und niedrigen Temperaturen. Trotzdem sind wir raus und haben Fotos gemacht.
Fototipp - Wellen weich zeichnen
Dieses Foto ist am Nordstrand von Rügen entstanden. Der Nordstrand liegt zwischen Dranske und Kap Arkona. Der wie wir finden schönste Strand Rügens. Ein Stück hinter Dranske findet man auf einer schmalen Landzunge einen Parkplatz mit direktem Zugang zum Strand und seinen Buhnen. Bei Sturm sollte man seine Sachen gut festhalten. Der Nordwind kann hier gehörig um die Nase pfeifen. Für dieses Foto hatte ich ein etwas schwereres Stativ dabei. Das leichte Reisestativ hätte im Wind gewackelt oder wäre umgefallen. Mit Belichtungszeiten zwischen einer halben und einer Sekunde kann man die Wellen schön weich zeichnen. Die Blende sollte ganz geschlossen werden und die ISO auf 100, um so wenig Licht wie möglich auf den Sensor fallen zu lassen. So kann man die Belichtungszeiten entsprechend länger nutzen. Wenn die Sonne scheint, funktioniert das aber nicht mehr. Dann braucht man einen ND-Filter. So ein Filter ist wie eine Sonnenbrille auf dem Objektiv und nimmt nochmal Licht weg. In der Not hilft dann tatsächlich auch mal die Sonnenbrille, wenn man diese nah vor das Objektiv hält. Ein ND-Filter sollte trotzdem in jede Fototasche gehören. Wer mehr Geld ausgeben möchte, nutzt dann ein Filtersystem. Eine Art Stecksystem, in welches verschiedene Filter eingeschoben werden können.
Der Wintersturm hat das Wasser am Strand von Lauterbach hinaus auf die See gedrückt. An der Stelle wo ich das Foto gemacht habe, würde ich sonst bis zum Bauch im Wasser stehen. Die Lichtstimmung ist ziemlich düster und der Himmel verwaschen. Trotz der damit verbundenen längeren Belichtungszeiten und weniger durchgezeichnetem Bild eine schöne Erinnerung. Das sorgt zusammen mit den dunklen Farben für eine eher düstere Stimmung. Es kommt nicht so oft vor, dass das Wasser so weit zurückgedrängt wird.
Eine andere Perspektive. Hier sieht man schön wie weit das Wasser zurückgedrängt wurde. Das Boot konnte man durch den Baum schön einrahmen. Eine klassische Methode das Auge in Richtung Motiv wandern zu lassen.
Solch herrliche Sonnenaufgänge sind nicht nur wie hier in Thiessow relativ oft zu sehen. An diesem Dezembermorgen jedoch, zog ein eiskalter Wind um unsere Nasen und es war schon schwierig den Fotoapparat zu bedienen. Die Hände wurden so schnell kalt, das es nicht mehr so einfach war alle Einstellungen zu machen. Bei solchen Temperaturen sind auch die Kameraakkus schneller am Ende. Ich hatte hier drei Akkus mit, die ich am Körper getragen habe. So konnte ich die Akkus länger warm halten und damit ihre Lebenszeit etwas verlängern.
Die Skulptur namens Kaysa ist nahe Sellin am Strand zu sehen. Die Steine leiten das Auge zur Statue. In diesem Bild steckt viel Geometrie da Astrid die Bildaufteilung von unten aufgebaut hat. Der Spätherbst mit seinem wolkenverhangenem Himmel lässt nicht viel Spielraum in der Belichtung wenn von Hand fotografiert wird. Hier wurde der Fotoapparat auf dem Boden aufgelegt, um eine bessere Perspektive auf das eigentliche Motiv zu erhalten. An dieser Statue sieht man immer wieder Leute mit dem Handy aus der Hand fotografieren. Eigentlich schade, denn solche Bilder sind dann eher langweilig. Geh einfach mal nach unten, oder probiere mal eine andere Perspektive!
Wer auf Rügen ist, sollte auf jeden Fall auch nach am Strand von Baabe einen Spaziergang machen. Hier liegen oft die kleinen Fischerboote am Strand. Immer wieder ein schönes Motiv! Ich hab das hier mal nicht von unten fotografiert wegen der Wellen, die dem Bild noch mehr Assoziation zum Meer verleihen.
Wer im Frühsommer nach Rügen fährt, hat noch eine relativ Menschenleere Natur vor sich. Die Rapsblüte verleiht vielen Motiven eine klare Abgrenzung zum Rest der Landschaft. Der Hochstand steht zwischen Göhren und Baabe. Hier lässt es sich gut mit dem Fahrrad fahren und das Naturschutzgebiet Mönchgut ist nicht weit. Ein schönes Fleckchen Natur an dem man gerne verweilt und den Blick über die Natur und das Meer schweifen lässt. 

Natürlich gehört der Wein am Strand auch dazu! Bedenken Sie allerdings, das sie für solch ein Bild ziemlich früh aufstehen müssen, denn am Strand von Göhren sehen Sie den Sonnenaufgang und nicht den Sonnenuntergang. Nach dem Foto lässt es sich aber prima beim Bäcker in Göhren auf einen Kaffee und Frühstück einkehren. 
Die Kamera lag hier fast auf dem Boden um die Linie zwischen Sand Wasser und Sonne einzufangen. Keine Angst gegen die Sonne zu fotografieren, aber beeilen Sie sich. Wenn Sie mehrere Einstellungen ausprobieren müssen ist die Sonne schnell oben und das Bild hat dann nicht mehr die Wirkung wie erhofft. Dieser Morgen war für uns ein besonders schönes Erlebnis, nicht nur weil der Wein ja nicht schlecht werden durfte ;-)
Im Frühsommer ist die Blütezeit bereits voll im Gange und wer Spaß an allerlei Blumen und Pflanzen hat, kommt hier ebenfalls auf seine Kosten. Ein Tele mit großer Blendenöffnung oder ein Makroobjektiv hilft hier das Objekt frei zu stellen, oder Details besser in Szene zu setzen.
Fototipp - Perspektive am Boden
Nehmen Sie ruhig mal eine andere Perspektive ein. Hier wurde das Foto mit 600mm Tele direkt über dem Wasser geschossen und bekommt dadurch eine spezielle Wirkung. Dieses Bild entstand an einem sehr trüben Morgen in der Nähe von Gager. Durch die diedrige Perspektive verwischen die Wellen nahe am Objektiv sehr schön.
Die Steilküste Rügens ist schon legendär und kann sehr unterschiedlich sein. Auch farblich ziemlich unterschiedlich. Hier ist die Küste auf Hiddensee relativ unberührt, da hier Abbruchgebiet ist und ein Aufenthalt direkt am Steilhang verboten ist. Mit genug Abstand lässt sich aber ein Foto auch sicher schießen. Niemand sollte wegen eines Fotos ein unnötiges Risiko eingehen! 
Der Strand hat hier einen Hauch von Südsee. Auf Hiddensee sollte man sich unbedingt ein Fahrrad mieten. Abseits der Touristen findet man zahlreiche schöne Flecken.
Das Panorama von Hiddensee vom Aufstieg zum Leuchtturm aus gesehen. Hier wurden mehrere Fotos zu einem Panorama zusammengefügt. Etwa auf dreiviertel des Weges fast oben am Berg ist eine Art Aussichtsplattform mit Bank und Ruheplatz. Von dort erhält man diesen wunderbaren Rundumblick. Am besten fährt man mit der ersten Fähre am Morgen und geht direkt zum Leuchtturm hoch. Später am Morgen wird es schnell voll. Wer sich ein Fahrrad mieten möchte, sollte genau schauen. Es gibt einige Vermieter und für das beste Angebot sollte man in Ruhe vergleichen und ruhig auch mal um die nächste Ecke gehen und schauen.
Der Leuchtturm von Hiddensee – ein Muss! Am besten nimmt man die erste Fähre und geht direkt zum Leuchtturm hoch. Es wird schon sehr früh ziemlich voll und ungemütlich für Fotografen. Die hier gewählte Perspektive lässt das Auge zum Leuchtturm hin wandern da es dem Weg folgt. 

Im nächsten Teil des Rügenblogs zeigen wir demnächst die Wanderung der Zugvögel und wieder ein paar schöne Orte. Wer nach Rügen fährt, sollte unbedingt die Natur respektieren! Wir passen daher immer auf, das wir Tiere nicht stören und die Natur mit entsprechendem Respekt behandeln. Es versteht sich von selbst auf den Wegen zu bleiben. Schließlich wollen wir auch in den kommenden Jahren noch einen solch schönen Ort vorfinden.
Wer Zuhause entspannen möchte, kann unser Rügen relaxing Nature Video schauen. Keine Musik, keine sonstigen Störungen, einfach nur eine halbe Stunde Meer und Natur zum träumen. Daher auch längere Kameraeinstellungen damit man die Ruhe genießen kann :-)
Wer lieber den Sturm mag, schaut sich das Video vom Wintersturm Zetje an. Dieser Sturm hat einige Schäden nicht nur an den Stränden verursacht. Ein paar slow Motion Aufnahmen zeigen die Gewalt des Wassers besonders deutlich.


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Im Südwesten Polens liegt die kleine Burg Zamek Czocha. Gelegen an einem Stausee, ragt die Burg über den kleinen See in einem kleinen Waldstück heraus. Trotz seiner Lage ist die Burg von einigen Seiten gut in Szene zu setzen.
In der Burg befindet sich ein Hotel. Wer also mal eine außergewöhnliche Übernachtung erleben möchte, ist hier bestens aufgehoben und das zu einem fairen Preis! Übers Jahr sind hier auch zahlreiche Veranstaltungen und an Wochenenden und Feiertagen ist diese Burg stark besucht. Suchen Sie sich ihren Aufenthalt entsprechend aus, wenn Sie ungestört fotografieren möchten.
Wir waren über Ostern 2019 dort und hatten bis etwa 10 Uhr relative Ruhe um gut fotografieren zu können. Ab etwa 10 Uhr kommen dann, wie überall sonst auch an Orten dieser Art, die üblichen Besucheranstürme.
Das Innere der Burg ist ansprechend hergerichtet und lässt den Besucher in eine andere, alte und romantische Welt abtauchen. Fast überall darf fotografiert werden und man kann sich fast überall frei bewegen. Führungen finden an Tagen mit vielen Besuchern mehrmals am Tag statt. Hier gelangt man dann auch in die sonst nicht zugänglichen Bereiche und in den Turm. Auch eine Folterkammer mit Spezialeffekten kann besichtigt werden. Gruselig, aber empfehlenswert!
Bei unserem Besuch zu Ostern wurden einige Räume umgestaltet, da ein spezielles Osterevent für angemeldete Besucher aufgelegt wurde. Die kleine Gastwirtschaft in der Burg fasst vielleicht 30-40 Gäste, was nicht ausreichend für die Anzahl der Gäste war. Ein reichhaltiges Buffet wurde daher in der Bibliothek aufgefahren. Abends wurde dann das Event mit Feuerwerk und Gruselgeschichten beendet. Eine sehr gelungene Veranstaltung mit bleibenden Eindrücken.

Für schöne Fotos im Morgennebel sollte man früh aufstehen. Gegenüber der Burg befindet sich eine Landzunge, von der aus man eine hervorragende Sicht auf die Burg hat. Die doppelte Symmetrie im Bild und das ruhige Wasser mit der Spiegelung, ergeben zusammen mit dem Morgennebel eine herrliche Stimmung. Bereits rund 30 Minuten später hat die Sonne den Morgennebel weg gezaubert.
Vom nahezu gleichen Standort aus konnte Astrid die aufgehende Sonne mit dem Angler fotografieren. Auch hier war die Zeit des Mogennebels sehr begrenzt und innerhalb von ein paar Minuten nach Sonnenaufgang verschwunden. Das Grundstück von dem wir aus fotografierten war offensichtlich privat. Wenn man jedoch freundlich fragt bekommt man selten ein Nein zur Antwort.
Bei Aufnahmen gegen die Sonne kann man sich den nur relativ kleinen Dynamikumfang der Kamera zu nutze machen, und damit eine herrliche Stimmung erzeugen.
Fototipp HDR:
Eine Nachtaufnahme aus dieser Richtung zeigt die Burg in seiner vollen Schönheit. Durch die Beleuchtung der Burg und den dunklen Sternenhimmel ist es allerdings nicht möglich, die hell beleuchteten Bereiche und den Sternenhimmel sauber belichtet auf ein Bild zu bekommen. Mit der Kamera auf dem Stativ kann man zwar eine Langzeitbelichtung auf den Sternenhimmel machen, allerdings ist die Burg und deren Beleuchtung dann viel zu hell auf dem Bild und damit überbelichtet. 
Also muss man sich hier eines Tricks behelfen und der lautet HDR – also high dynamic Range, was soviel bedeutet wie hoher Dynamikumfang. Mit dieser Technik kann man die fehlende Möglichkeit der Kamera, sehr dunkle und helle Bereiche auf einem Bild festzuhalten, kompensieren. Im Grunde ist das ganz einfach, aber bedeutet etwas Nacharbeit am PC. Einige Kameras haben eine solche Funktion auch an Bord, wir nutzen allerdings lieber die Möglichkeiten am PC, denn dann hat man mehr Einflussnahme auf das Resultat. Ein Stativ ist allerdings Pflicht, da aufgrund der langen Belichtungszeit für den Nachthimmel nicht mehr aus der Hand fotografiert werden kann.
In unserem Beispielbild haben wir drei Aufnahmen vom Stativ aus gemacht, damit das Bild immer den gleichen Ausschnitt hat und damit später einfacher am PC zu einem Bild verschmelzen kann. Diese drei Bilder werden nun folgendermaßen aufgenommen. Ein Bild wird korrekt auf die Burg belichtet. Damit sind die Sterne im Himmel nicht zu sehen und die Lampen und hell beleuchteten Bereiche überbelichtet. Damit auch diese jetzt falsch belichteten Bereiche anschließend korrekt ins finale Bild wandern, wird nun noch ein Bild überbelichtet und somit korrekt auf den Sternenhimmel belichtet aufgenommen und ein Bild unterbelichtet um z.B. den Lampen mehr Struktur zu verleihen. Werden die drei Bilder am PC zusammengesetzt, sucht die Software nun die jeweils korrekt belichteten Bereiche der Bilder heraus und fügt diese zu einem finalen Bild zusammen. Als Resultat bekommt man nun Sternenhimmel und die Lampen ohne Über- oder Unterbelichtung in einem finalen Bild zusammengerechnet. Der Aufwand lohnt sich nicht nur nachts, sondern auch in anderen Situationen mit sehr großen Helligkeitsunterschieden im Bild. Allerdings sollte das Motiv nicht in Bewegung sein.

Besucht doch mal die Burg - sie ist einen Ausflug wert!

Burg Tzschocha - Hotel
Sucha
59-820 Leśna
Polen

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